Archiv der Kategorie: Iran Labor Report

Arbeiterunruhen bei Kian Tires gehen weiter

Iran Labor Report, 26. Oktober 2010 – Zwei Wochen nach Ende der letzten Streikrunde haben sich die Arbeiterunruhen im Werk Kian Tires erneut verstärkt. Weiterlesen

Osanloo und vier weitere Aktivisten unterstützen Moussavis Forderung nach Referendum

Iran Labor Report, 11. Oktober 2010 – In einem offenen Brief haben Mansour Osanloo und vier weitere Gewissensgefangene am 8. Oktober aus dem berüchtigten Gefängnis Rajai Shahr ihre uneingeschränkte Unterstützung für die Forderung des Grünen Führers Mir Hossein Moussavi nach einem Referendum über die Politik der Regierung erklärt. Weiterlesen

Gewerkschaft der Busbetriebe verurteilt Repressionen gegen ihre Führung

Iran Labor Report, 18. September 2010 – Die Gewerkschaft der Busbetriebe in Teheran und Umgebung „Vahed“ hat ein Statement über ihre inhaftierten Vorstandsmitglieder veröffentlicht.  Es folgt eine Übersetzung von Iran Labor Report. Weiterlesen

Stromausfälle und Anstieg bei Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung

Veröffentlicht bei Iran Labor Report am 31. Juli 2010
Quelle (Englisch): http://iranlaborreport.com/?p=1211

Im Monat Juni ist die Anzahl der im Iran gestellten Anträge auf Arbeitslosen[unterstützung] im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Während im letzten Jahr 160.000 Arbeiter Arbeitslosenunterstützung bezogen, sind es neuesten Zahlen des Arbeitsministeriums zufolge in diesem Jahr 180.000, also 20.000 mehr als im Vorjahr. Ali Dehghankia vom Teheraner Islamic Labour Council sagte mit Blick auf die von den Arbeitsämtern [? „labor offices“] in der Region Teheran zusammengestellten Daten, im Gebiet um die Hauptstadt sei die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent angestiegen.

Zudem wurde von routinemäßigen Stromausfällen berichtet, die zu einer Drosselung [der Arbeit] in Fabriken und zu einer Kürzung der Arbeitszeiten führten. „Iran Khodro“, Irans größter Autohersteller, erklärte in einem Kommuniqué, dass wegen der Energiesparpläne seit Mitte Juli die Betriebszeiten in allen Büros und Fertigungsstraßen auf 16 Stunden täglich reduziert worden seien. In der Produktion der Marke L90 und des Iran Khodro Diesel seien sowohl die Überstunden als auch die ersten Schichten seit mehr als einem Monat eingestellt.

Saipa, ein weiterer Autohersteller, berichtet, dass auch in dieser Firma keine Überstunden mehr gefahren werden. Die Frühschichten dauern nur noch bis 11 Uhr. Die Firma berichtet von einem fünfstündigen Stromausfall am 25. Juli, der dazu führte, dass die Montagestraße abgeschaltet werden musste.

Der stellvertretende Leiter der Iran Electrical Industry Association berichtet von Drosselungen in mehreren Werken, die auf den Elektrizitätsmangel im Land zurückzuführen seien. Eine große Kabelfabrik habe in den ersten beiden Monaten des iranischen Jahres, das im März begann, ihre Belegschaft von 600 Beschäftigten um 150 abgebaut. Er berichtete, dass die Elektrizitätswerke mittlerweile auf 30 Prozent ihrer Leistung heruntergefahren werden mussten, während drei große Elektrogerätehersteller wegen finanzieller Probleme schließen mussten. 1500 Arbeitsplätze seien dabei verloren gegangen.

Ein Manager einer Produktionsstätte in der Stadt Karaj sagte gegenüber der Zeitung Hamshahri: „Wir möchten zumindest über die Zeiten der Stromabschaltungen informiert werden, damit wir uns darauf einstellen können.“ Der Vorsitzende des Stahlwerks Mobarakeh in Isfahan erklärte, das Werk habe seine Arbeit während der Stoßzeiten heruntergefahren, wodurch die Arbeit der gesamten Anlage gedrosselt würde.

Der Direktor der Casting Industry Plants Association, Abdolhamid Ghadimi, sagte Hamshahri, 30 bis 40 Prozent des Elektrizitätsbedarfs der Gießereien sei nicht mehr gedeckt. Die Werke planen deshalb dreiwöchige Schließungen.

Der Direktor der Cement Industry Management Association, Mohammad Hassan Pourkhalil, berichtet, dass dieser Industriezweig in der Provinz Khuzestan die meisten Einbußen zu verzeichnen habe. Auch hier werden Werksschließungen ins Auge gefasst.

Übersetzung aus dem Englischen: Julia, bei Weiteröffentlichung bitte Link angeben

Mansour Osanloos Schwiegertochter entführt und brutal misshandelt

Veröffentlicht bei Iran Labor Report am 25. Juni 2010
Quelle (Englisch): http://iranlaborreport.com/?p=958

Die Organisation Human Rights and Democracy Activists in Iran [HRDAI] berichtet über die brutale Entführung und Misshandlung der Schwiegertochter des Gewerkschaftsführers der Teheraner Gewerkschaft der Busbetriebe in Teheran „Vahed „, Zoya Samadi in Karaj. Die gewaltsame Verhaftung erfolgte am 23. Juni um 17:30 Uhr am Metro-Terminal in Karaj, als Zoya gerade auf dem Nachhauseweg von der Arbeit war. Zeugen sahen, wie Zoya von Sicherheitsagenten an den Haaren aus dem Waggon gezerrt wurde, wobei sie laut rief: „Ich bin die Schwiegertochter von Osanloo“. Die Angreifer verklebten ihr daraufhin mit Klebeband den Mund und nahmen sie mit.

Drei Agenten brachten Zoya Samadi im Auto an einen unbekannten Ort, wo sie sie in einer Zelle mit Handschellen und Ketten fesselten und ihr die Augen verbanden. Sie banden sie fest und folterten sie über lange Zeit. Sie wurde brutal geschlagen, zumeist ins Gesicht und auf den Kopf, ihr Kopf wurde mehrfach gegen die Wand geschlagen. Sie erlitt Verletzungen am Zahnfleisch, an den Zähnen, am Kopf sowie Schnitte an den Armen und am rechten Bein. Ihr gesamter Körper weist Anzeichen der erlittenen Folter auf. Die Sicherheitsagenten, die sie folterten, schrieen auf sie ein: „Du musst versprechen, dass Osanloo nicht hierbleibt und nichts tun wird, wenn er aus dem Gefängnis freikommt.“

Nachdem sie gefoltert und körperlich schwer misshandelt worden war, wurde Zoya gegen 21:45 Uhr unter der Seyyed Khandan-Brücke in Teheran ausgesetzt. Ihr wurde gesagt, dass sie sich nicht beschweren und mit niemandem über das Erlebte sprechen dürfe. 24 Stunden danach hatte sich Zoya Samadi noch immer nicht von dem Schock erholt. Sie hatte monatelang Drohbotschaften von Sicherheitsagenten erhalten und war ein Mal von Abteilung 14 des Revolutionsgerichts vorgeladen worden.
Das Gericht bestreitet, Zoya damals vorgeladen zu haben.

Im letzten Jahr war sie bereits geschlagen worden und war nur knapp einer Entführung entgangen.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben