Archiv der Kategorie: Iran News Agency/INA

Demonstranten blockieren Straße von Bandar Abbas nach Lar

Veröffentlicht auf Persian2English am 6. Februar 2010
Quelle (Persisch): Iran News Agency
Referenziert von Freedom Messenger
Übersetzung Persisch-Englisch: Maryam, Persian2English
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=5969
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte angeben
(Anmerkung d. Übers.: Dieser Artikel beruht zum Zeitpunkt der Übersetzung auf einer einzigen und inoffiziellen persischen Quelle. Ich bitte, den Inhalt des Artikels entsprechend als „unbestätigt“ einzustufen)

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Iran News Agency – In der Nacht zum 5. Februar 2010 haben Menschen die Hauptroute von Bandar Abbas nach Lar geschlossen, um ihre Demonstrationen gegen die völlige Missachtung ihrer Forderungen (durch die Regierung) fortsetzen zu können.

Ein Einwohner (von Lar) sagte, um 1 Uhr morgens hätten Spezialeinheiten, die an einem unbekannten Ort stationiert sind, Demonstranten angegriffen und auseinandergetrieben. Die Spezialeinheiten sollen zum Teil Arabisch gesprochen haben. Sie greifen die Menschen überall dort an, wo sich die Proteste verstärken, aber sie würden aus Angst vor den Demonstranten [immer wieder] in ihre Basis zurückkehren. Heute sind Vertreter des Ministeriums nach Lar gekommen, eine zufriedenstellende Lösung ist jedoch noch nicht gefunden worden. Die Stadt ist unruhig, sämtliche Geschäfte, Regierungsstellen und private Firmen sind geschlossen worden. Die Menschen in Lar sind vereint.

Nachtrag: Video vom 5. Februar 2010

Zusammenstöße in Lar werden heftiger: Ein Zeuge berichtet

Veröffentlicht auf Persian2English am 5. Februar 2010
Quelle (Persisch): Iran News Agency
Referenziert von Freedom Messenger
Übersetzung Persisch-Englisch: Xan I., Persian2English
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=5857
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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Iran News Agency: Neuesten Berichten aus Lar zufolge wurde das heutige Freitagsgebet in der Stadt wegen der Straßenproteste und Demonstrationen abgesagt. Ein Zeuge berichtet, dass die Innenstadt von Lar voller Menschen ist und sich eine Menschenmenge von bis zu 4 km vor Azzam Hosseiniye versammelt hat.

Berichten zufolge hat eine Gruppe eine Polizeistation angegriffen, um die Anti-Aufruhr-Polizei wegen deren Einsatz von Gummigeschossen zur Rede zu stellen, der letzte Nacht mehrer als 40 Verletzte zur Folge hatte.

Der Zeuge erzählt, dass die Anti-Aufruhr-Polizei, eingeschüchtert durch die von den Menschen demonstrierte Einheit, die Stadt binnen kurzer Zeit verlassen habe. Diese Polizeieinheiten bestünden nicht aus Iranern, denn sie hätten keine Gnade gegenüber Frauen, Männern, Jungen und Alten gezeigt, sondern mit ihren Schlagstöcken jeden verprügelt, der ihnen über den Weg lief. Die gesamte Stadt protestiert lautstark gegen die Obrigkeit. Die Menschen riefen Parolen über Imam Hossein und sagen, dass sie Widerstand leisten werden und sich der Schande widersetzen und mit ihren Streiks und Protesten fortfahren würden.

Die Demonstration ist noch immer im Gange, und sie wird auch morgen und übermorgen fortgesetzt, bis die Forderungen der Bevölkerung erfüllt werden.

[Anm. d. Übers.: Worum es in diesem Konflikt genau geht, ist offenbar noch immer nicht wirklich klar. S. dazu auch https://englishtogerman.wordpress.com/2010/02/02/angriffe-auf-banken-und-zusammenstose-in-lar/]

Sicherheitskräfte verhindern Treffen der “Trauernden Mütter”

Veröffentlicht auf Persian2English am 17. Januar 2010
Quelle (Persisch): Iran News Agency
Referenziert von Freedom Messenger
Übersetzung Persisch-Englisch: Neda Shayesteh, Persian2Englisch
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=4495
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia

Iran News Agency: Regierungsagenten haben (am Samstag, dem 17. Januar 2010) eine Versammlung der „Trauernden Mütter“ im Laleh-Park verhindert. Die Mütter von Märtyrern der Freiheitsbewegung kommen dort jeden Samstag zusammen. In dieser Woche verhinderte jedoch die hohe Polizeipräsenz ihre Versammlung. Fünf Polizeitransporter waren in der Nähe des großen Springbrunnens im Park abgestellt, und mehr als 100 Polizisten versuchten, die „Trauernden Mütter“ auseinanderzutreiben.

Seit 15:30 Uhr hatte die Polizei alles unter Kontrolle. Ab 16:00 Uhr wurden weitere Polizisten in den Park gerufen. Als die „Trauernden Mütter“ ankamen, wurden sie von der Polizei gewarnt.

Die Mütter blieben in kleinen Dreier- oder Vierergruppen auf den Wegen zum Springbrunnen und warteten auf eine Gelegenheit, zusammenzukommen. Die Polizisten näherten sich ihnen gegen 16:30 Uhr und gestatteten ihnen nicht, dort zu bleiben. Die Polizei versuchte, diskret aufzutreten, aber die meisten Menschen in der Nähe des Brunnens wurden auf ihre hastigen Aktionen aufmerksam. Die Polizei versuchte, die Menschen vom Brunnen fernzuhalten, alle Bänke um den Brunnen herum waren leer. Das grobe Verhalten der Polizisten den Trauernden Müttern gegenüber erweckte bei den Anwesenden großes Missfallen.

Offensichtlich kann die Regierung nicht tolerieren, dass diese Mütter sich in ihrem Schmerz zusammenfinden, um den Verlust ihrer Kinder zu betrauern. Die vielen Polizeifahrzeuge, die zum Abtransport von Gefangenen gedacht waren und die Schlagstöcke und Schilde in den Händen der Polizisten beweisen, dass die Regierung vor jeder Art von Versammlung Angst hat.

Neues von inhaftierten Mitliedern des Zentralrats von Tahkim-e Vahdat

Veröffentlicht auf Persian2English am 9. Januar 2010
Quelle (Persisch): Iran News Agency
Übersetzung Persisch-Englisch: Negs für Persian2English
Quelle (Englisch): http://persian2english.wordpress.com/2010/01/09/latest-news-on-detained-members-of-the-central-council-of-tahkimvahdat/
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia

Heute war Milad Asadis Familie mit einer Besuchserlaubnis in Evin, durften ihn aber nicht sehen. Die Besuchserlaubnis wurde dann annulliert, was Anlass zu erhöhter Sorge bezüglich Milads Wohlergehen gibt.

Laut Amir Kabir Newsletter wurde Milad Asadis Familie (bei ihrem Eintreffen) davon in Kenntnis gesetzt, dass ihre Besuchserlaubnis am Vortag widerrufen worden war.

Milad Asadi studiert an der Universität Khajeh Nasir und ist Mitglied im Zentralrat des „Büros zur Konsolidierung der Einheit“ (Tahkim-e Vahadat). Er ist seit dem 30. November 2009 im Gefängnis. Er war nach einer Durchsuchung seines Hauses verhaftet worden, persönliche Gegenstände wurden beschlagnahmt.

Seit seiner Inhaftierung konnte er seine Familie zwei Mal sehen, zuletzt am 21. Dezember 2009.

Beim letzten Besuch seiner Familie hatte Milad gesagt, dass er in einer kalten Zelle untergebracht und seit Wochen nicht mehr verhört worden sei. Seine Akte befindet sich in Abteilung 7 des Revolutionsgerichts. Seine Familie konnte weder mit dem Staatsanwalt sprechen, noch haben Informationen über die anhängige Klage erhalten.

Mehdi Arabshahi, der Koordinator des Zentralrats von Tahkim-e Vahdat, hat vor Kurzem mit seiner Familie gesprochen und mitgeteilt, dass er in Evin ist und es ihm gut geht. Er war am 27. Dezember 2009 bei Demonstrationen im Laleh-Park verhaftet worden. Am 7. Dezember 2009 war er zum Revolutionssgericht bestellt worden, wo er verhört und bedroht wurde.

Auch Morteza Samiari, ein weiteres inhaftiertes Mitglied des Zentralrats von Tahkim-e Vahdat, hat seine Familie von Evin aus kontaktiert. Morteza war bei einem nächtlichen Überfall auf das Haus seines Vaters verhaftet worden. Er teilte seiner Familie mit, dass es ihm gut ginge, sagte aber nichts zu den Gründen seiner Verhaftung oder wer ihn verhaftet hat.
Morteza Samiari ist ein ehemaliger Koordinator der Islamischen Studentenvereinigung der Universität Sistan und Baluchestan. Das Disziplinarkomitee der Universität hatte ihm mit einem zweijährigen Ausschluss gedroht.

Keine Neuigkeiten gibt es zum Gesundheitszustand von Bahareh Hedayat, der Koordinatorin des Büros für Öffentlichkeitsarbeit von Tahkim-e Vahdat.
Bahareh Hedayat, die ebenfalls im Zentralrat von Tahkim-e Vahdat ist, war am 31. Dezember 2010 in ihrem Haus verhaftet worden. Sie wurde von Sicherheitsbediensteten durchsucht, ihr Computer, ihre Bücher und persönliche Gegenstände wurden mitgenommen. Ihr Ehemann hat mehreren Medien gegenüber mitgeteilt, dass er [seitdem] keinen Kontakt mit seiner Frau hatte und nichts über ihren Zustand weiß.

Die Anzahl der nach dem 7. Dezember 2009 verhafteten Mitglieder des Zentralrats steigt. Viele Mitglieder dieser Vereinigung wurden kürzlich verhaftet, von der Universität ausgeschlossen und strafrechtlich verfolgt.

Grün ist nicht die Farbe von Moussavi, grün ist die Farbe unserer Freiheit!

Veröffentlicht am 8. November 2009
Persisch: Freedom Messenger
Englisch: P2E
Deutsche Übersetzung: Julia; bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben
(Anmerkung d. Übers.: Dieser Artikel beruht zum Zeitpunkt der Übersetzung auf einer einzigen und inoffiziellen persischen Quelle. Ich bitte, den Inhalt des Artikels entsprechend als „unbestätigt“ einzustufen)

Augenzeugenbericht eines Studenten über die Demonstration an der Freien Unversität Qazvin am 13. Aban/7. November

“Ich töte, ich töte den, der meinen Bruder tötet“ war die Parole, die durch die Universität hallte. Man kann sich nicht vorstellen, was in der Universität vor sich ging. In der Stadt waren nicht so viele Demonstranten wie in der Universität.
Persiantoenglish_091109_Ghazvin

Morgens ging ich zur Arbeit, aber ich hielt es nicht aus. Es war 9:30 Uhr, als ich meinen Freund anrief, und wir verabredeten uns in einer Stunde, um zur Universität zu gehen. Auf dem Weg kauften wir zwei Masken, um unsere Gesichter verstecken zu können, wir wollten uns um 10 Uhr am Ghalam-Platz versammeln.

Wir waren mehrere Tausend, alle wütend, zornig, unerschütterlich, wir alle skandierten und brüllten Protestparolen mit Leib und Seele. Wir sangen „Ey Iran“ aus der Tiefe unserer Herzen. Hand in Hand sangen wir Yare Dabestani, damit unsere Schulfreunde überall in Iran wissen, dass sie nicht allein sind, dass wir sie immer und ewig unterstützen und auf sie aufpassen werden.

Während der Demonstration hielten wir ein sehr langes schwarzes Band, um an die Märtyrer dieser Ereignisse (nach der Wahl) zu erinnern. Selbstverständlich gab es Leute im Gebäude des Sanayeh-College, die an den Fenstern standen und uns filmten. Die Demonstranten drehten sich zu ihnen um und forderten sie auf, sich ihnen anzuschließen, sie riefen: „Meinungsfreiheit, vom Fenster aus ist nichts wert“ (sinngemäß für „Freedom of thought, from the window is naught“, d. Übers.) und „Hört auf euren gesunden Menschenverstand und macht die Kameras aus!“

Die Security der Universität konnte nichts tun angesichts der mehreren Tausend studentischen Aktivisten, die riefen „Tod Russland“, „Allah-o Akbar“, „nicht Osten, nicht Westen, nationale Grüne Bewegung“, „Ihr seid Staub und Dreck, Ihr seid die Feinde dieses Landes“, „Die Vergewaltigung der Nation ist zum staatlichen Prinzip geworden“, „Was passiert mit dem Ölgeld? Es wird für Basijis ausgegeben“, „Wir sind nicht wie die Leute aus Kufeh, wir bleiben nicht für Geld treu“*) „Mahmoud du Betrüger, du sollst obdachlos werden, du hast dieses Land geplündert, die Jugend des Heimatlandes getötet, Allah-o Akbar, du hast tausende von Zellen gemacht, Tod dir, Tod dir….“
*) Anm. d. Übers: diese Parole bezieht sich auf eine Geschichte von Hossein, den Enkel von Mohammad, der von einem mächtigen Tyrannen namens Yazid in einem Streit über das Khalifat getötet wurde. Yazid hatte eine mächtige Armee aus Kufeh rekrutiert und bezahlt, damit sie für ihn gegen Hossein und seine 72 Anhänger kämpft (http://hammorabi.blogspot.com/Imam%20Hussein/Imam%20Hussein.html (Englisch).

Alle machten mit, alle schrien, niemand hatte Angst. Als wir hörten, dass die Regierungskräfte auf dem Haft-e Tir-Platz angegriffen und geschossen hatten, waren alle eine Minute lang still. Dann brach ein Mädchen mit einem wilden Aufschrei das Schweigen: „Ich töte, ich töte, ich töte den, der meinen Bruder getötet hat“

Wir nahmen grüne Farbe und malten ein Freiheitszeichen. Wir tauchten Schuhe in die grüne Farbe und markierten das Gelände der Universität mit Freiheitszeichen. Moussavi war in diesem Moment nicht mehr wichtig. Es gab zwar sporadische Rufe „Ya Hossein, Mir Hossein“, aber nicht seine Person ist der Hauptgrund für unsere Versammlungen und Demonstrationen, sondern das Ziel jenseits der Ziele von Moussavi und Karroubi.

Die Farbe Grün ist nicht die Farbe von Moussavis Wahlkampf, sie ist die Farbe unserer Freiheit!

Als der Ruf zum Mittagsgebet (Aazaan) erklang, setzten wir uns schweigend auf den Platz, aus Respekt vor dem himmlischen Lied. Wir sagten die Fateheh (Gebet für die Toten), um die Märtyrer zu ehren, insbesondere die von unserer eigenen Universität, und sagten das Salavaat (einen heiligen Vers) für den Sieg unserer „Schulfreunde“ (Yare dabestani = Schulfreund)

In dem Augenblick, als wir unsere beiden Märtyrer zusammen mit anderen des Landes ehrten, sah ich in vielen Augen Tränen aufsteigen. Ich fühlte, dass wir im Kampf um die Freiheit Irans triumphieren können und müssen.

(Fotos beim englischen Original)
Iran News Agency
(Danke an Setareh Sabety für die englische Übersetzung)