Archiv der Kategorie: MehrIran

„Den Fragenden zu attackieren hebt die Gültigkeit der Fragen nicht auf“ – Interview mit Ahmad Shaheed

Dr. Ahmad Shaheed

Mehriran, 25. März 2012 – Interview mit Dr. Ahmed Shaheed, UN Sonderberichterstatter für die Menschenrechte im Iran anlässlich seines Berichtes zur Lage der Menschenrechte im Iran vor der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen in Genf.

mehriran.de: „Ihr Mandat als Special Rapporteur zur Menschenrechtslage in der Islamischen Republik Iran hat im August 2011 begonnen. Sie haben sich mit zahlreichen Einzelpersonen und Organisationen getroffen, um die Situation im Iran zu verstehen. Tatsache ist, dass die Anzahl der Hinrichtungen und Rechtsverletzungen nicht eingestellt wurden, sondern seither noch angestiegen ist. Wie schätzen Sie den Einfluss Ihrer Tätigkeit auf das Regime im Iran ein?“

Dr. Ahmed Shaheed: „Wie Sie hervorheben liegt der Anfang meines Mandats erst 7 Monate zurück. Was ich bisher feststellen konnte: das Regime schaut durchaus auf meine Arbeit, auch wenn man mir noch nicht erlaubt hat in das Land zu reisen. Wenn Sie auf die Reaktionen des Regimes auf den ersten Bericht und auf den Auszug dieses aktuellen Berichts schauen und auch auf Aussagen des Regimes zu meinem Mandat, dann zeigt sich, dass sie (die Regimevertreter) in großer Sorge wegen der Untersuchungen zu der Menschenrechtspraxis im Iran sind. Obwohl sie (die Regimevertreter) nicht mit mir kooperiert haben, legen sie sehr viel Wert darauf, dass ich mir ihre Sichtweise auf die Menschenrechte anhöre. Ich denke, dass diese Haltung hilfreich ist, denn sie beinhaltet auch die Möglichkeit, dass sie (die Regimevertreter) den Empfehlungen meines Berichts folgen.

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„Die Bürger wollen ein Ende des Systems von Velayat-e-faghi“

Dr. Mostafa Azmayesh

Mehriran, 14. Juni 2011 – Beitrag von Dr. Mostafa Azmayesh, Internationale Organisation zum Schutz der Derwische im Iran, zu der Konferenz „Die Menschen und das Regime im Iran“ am 11.06.2011 im Kulturladen St. Georg, Hamburg, Deutschland.

Der Beitrag unterscheidet zwischen der „Grünen Bewegung“ als Bürgerbewegung, die auf ein Referendum über die Frage des Systems zusteuert und unterschiedlichen Fraktionen innerhalb der „Grünen Bewegung“, die im Rahmen der bestehenden Verfassung der Islamischen Republik mit dem Prinzip der Herrschaft des Obersten Rechtsgelehrten verharrt. Er verweist auf eine Gefahr, dass bestimmte Protagonisten die „Grüne Bewegung“ für ihre Zwecke missbrauchen und dadurch die Forderungen der Bevölkerung im Iran ins Leere laufen lassen.

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„Mein Vernehmungsbeamter hat dann das Geständnis unterschrieben“ – Interview mit Matin Yar

Veröffentlicht bei Mehr Iran am 9. September 2010

Die Islamische Republik Iran duldet keine Abweichungen von ihrer Staatsideologie. Es gibt Kreise innerhalb der Machtelite, die gerne ihre Vorstellungen von Lebensführung, Sexualität, Bekleidung, Verhalten oder Glaubensinhalten der gesamten Bevölkerung im Iran überstülpen wollen. Neben Bahai, Sunnis, Yogis oder Sufis, die eine brutale Kampagne gegen ihren Lebensstil und ihre Glaubensrichtung durchleben, gibt es auch weitere Gruppierungen, die verfolgt werden oder per Gesetz vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind. Schwulen und Lesben droht laut Artikel 110 des Iranischen Strafgesetzbuchs die Todesstrafe. Viele von ihnen haben den Iran verlassen, um in Ländern Asyl zu suchen die mehr Toleranz anzubieten haben. Einer von ihnen ist Matin Yar, der in der Türkei auf die Gewährung seiner Asylbitte in einem westlichen Land zu leben, wartet. Das Interview soll einen kleinen Einblick in seine Situation gewähren. Die Verständigung mit Matin Yar war mit Hilfe von Saghi Ghahraman von der Iranian Queer Organisation in Kanada möglich, der wir auch gleich einige Fragen zu ihrer Arbeit gestellt haben.

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