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Provinz Lorestan: Mindestens 3750 Bäume für Ashura-Feuer gefällt

Veröffentlicht auf RAHANA am 5. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.rhairan.org/en/?p=1473
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

An Tasua und Ashura (26. und 27. Dezember) sind in den Wäldern von Zagros in der Provinz Lorestan mehr als 3750 Bäume gefällt worden.

RAHANA – Zu Tasua und Ashura 2009 sind mehr als 3750 Bäume gefällt worden, wodurch die Provinz Lorestan um rund 128 ha [„314 acres“] Wald ärmer wurde. Dies teilte der Leiter für Umweltangelegenheiten der Provinz Ahmad Reza Kalantari mit.

Jedes Jahr fällen religiöse Delegationen in Lorestan tausende Bäume in Lorestan, um Feuerholz für die Lagerfeuer zu Ashura und Tasua zu erhalten. Bei den Feierlichkeiten wälzen sich die Männer im Schlamm und versammeln sich um die Lagerfeuer, um sich zu trocknen. Dann geißeln sie sich zum Ende der Trauerperiode Ashura selbst. Das Ereignis erinnert an die Ermordung des Enkels des Propheten Mohammad, Imam Hossein, im 7. Jahrhundert in Kerbala.

Im Jahre 2006 wurden zu Ashura und Tasua im Waldpark Lavizan bei Teheran 3000 Bäume illegal gefällt. Der Vorfall und seine Auswirkungen auf die Luftverschmutzung in Teheran zwang das Teheraner Büro für Naturressourcen, rechtliche Schritte gegen die Stadt einzuleiten.

Der Bau neuer Straßen, der oft ohne die notwendigen Abschätzungen der Umweltrisiken erfolgt, sind ein weiterer wichtiger Grund für das Verschwinden der Wälder in Iran. Zwar gibt es Gesetze, die den Bau von Industrieparks sowie Bergbauaktivitäten in Schutzgebieten verbieten, aber Regierung und Entwickler des privaten Sektors legen die Vorschriften oft zu ihren eigenen Gunsten aus.

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Zur Umweltproblematik in Iran s. auch: Die Wälder im Norden sind von Zerstörung bedroht

„Persische Briefe“ – Die Wälder im Norden sind von Zerstörung bedroht

Veröffentlicht auf Radio Free Europe/Radio Liberty am 16. Februar 2010
Quelle (Englisch): http://www.rferl.org/content/Northern_Forests_On_The_Verge_Of_Destruction/1961107.html
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Qasem Jend, stellvertretender Direktor des Stadtrats von Zirab, einer Stadt in der nördlichen Provinz Mazandaran, warnt vor der Zerstörung der Wälder im Norden Irans.

Arbeiterinnen einer Teeplantage in Nordiran

In den vergangenen Monaten hat sich jede Zeitung, jede Nachrichtenseite im Internet, jeder Fernsehsender der Analyse politischer Fragen verschrieben. Aber haben wir uns jemals gefragt, wer die wirklichen Opfer des politischen Geschreis und Gejammers waren?

Diese Einleitung soll daran erinnern, dass die Menschen in den nördlichen Provinzen unseres Landes nicht glücklich sind. Der Grund ist ein Umstand, auf den die Medien kurz eingegangen sind: Die Zerstörung der Wälder sowie der Import von Reis und Früchten aus anderen Ländern während der Erntezeit.

Die Wälder in Nordiran stehen kurz vor ihrer Zerstörung. Ironischerweise sind wir die Einzigen, die dafür verantwortlich sind. Unzählige Bäume werden in den Wäldern und in den geschützten Gebieten gefällt und geschlagen, während die Organisation für Umweltschutz, die für den Schutz unseres bedrohten Erbes zuständig ist, den Zerstörungsprozess durch Mismanagement noch beschleunigt.

Ein Bauer, der das ganze Jahr über auf diesen Tag gewartet hat, sieht nun mit an, wie seine und die Träume seiner Familien hinweggespült werden. Diese Männer, die den Zorn der Natur fürchten, aber die Früchte ihrer Mühen und ihrer harten Arbeit geerntet haben, erhalten nun von den Behörden einen Schlag ins Gesicht, ganz zu schweigen von der Demütigung ihrer Familien.

Diese Männer und Frauen, die hart arbeiten und ein halbes Jahr lang im Schweiße ihres Angesichts für ein ehrliches Auskommen arbeiten und dabei die landwirtschaftliche Selbstversorgung unseres Landes sichern, müssen ihre Ernte den Ratten in den Lagerräumen überlassen. Noch schmerzhafter ist die Tatsache, dass nicht ihre Produkte, sondern ausländische Produkte von schlechter Qualität den Weg in unsere Märkte und Heime finden. Es ist, als ob wir die Landwirtschaft und die Wirtschaft anderer Länder stärken, anstatt unsere eigene zu verbessern.

Als der lokale Reismarkt darniederlag, haben unsere Bauern ihre landwirtschaftlichen Flächen in Obstplantagen verwandelt. Heute sehen sie sich, wenn die Erntezeit für ihre Produkte gekommen ist, Ladungen von importierten Früchten schlechter Qualität gegenüber. Es ist, als ob sich bei jedem Schritt, den sie tun, ein Gegner vor ihnen aufbaut. Der einzige Weg, der unseren Bauern nun noch bleibt, ist das Abholzen ihrer Obstplantagen und der Verkauf des Holzes, um über den Winter zu kommen.

Die Situation unserer Landwirtschaft, unserer Wälder, unserer Bauern, aber auch die einiger unserer Manager, ist traurig und beklagenswert.