Sohn von Oppositionsführer Karroubi schreibt Beschwerdebrief an Khamenei

Zamaaneh, 18. Mai 2013 – Hossein Karroubi, ältester Sohn [des seit Februar 2011 unter Hausarrest stehenden iranischen Oppositionsführers] Mehdi Karroubi, hat den obersten iranischen Führer Ayatollah Khamenei aufgefordert, die iranischen Sicherheitskräfte zu einem Verzicht auf „unethische und unmoralische“ Handlungen und die „Konfiszierung persönlichen Eigentums von Regimekritikern“ anzuhalten.

Wie die [oppositionelle] Webseite Saham News berichtet, schrieb Hossein Karroubi am 17. Mai in einem Brief an Khamenei: „Ist unser Volk gegen das Vorgängerregime aufgestanden, nur damit die Sicherheitsangelegenheiten des Landes von einer noch gewalttätigeren und unethischer [handelnden] Organisation zu bekommen als die SAVAK?“

SAVAK war die Geheimpolizei unter dem Schah-Regime und für den inländischen Geheimdienst und die nationale Sicherheit zuständig. Viele Spitzenleute und Führer des derzeitigen iranischen Regimes wurden von der SAVAK verfolgt, auch der jetzige oberste Führer.

Hossein Karroubi zufolge seien mit Sturmmasken bekleidete Sicherheitskräfte der Islamischen Republik im März in seine Wohnung eingedrungen, begleitet von einem Repräsentanten der Staatsanwaltschaft. Sie hätte Dokumente und Eigentum seines Vaters Mehdi Karroubi beschlagnahmt. Ähnliches sei auch zweien der Kinder Mir Hossein Moussaivs widerfahren, so Karroubi. Moussavi, [wie Karroubi Präsidentschaftskandidat der Wahl von 2009 und Oppositionsführer], steht ebenfalls seit Februar 2011 unter Hausarrest.

Schon zuvor war in den Medien über diese Aktion berichtet worden. Diesem früheren Bericht zufolge wurde Hossein Karroubi außerdem ins Evin-Gefängnis gebracht und dort verhört.

Nur seine Geburtsurkunde und seine Sozialversicherungskarte seien inzwischen wieder zurückgegeben worden, so Hossein Karroubi. Der Rest der beschlagnahmten Gegenstände befände sich noch immer in der Hand der Regierung.

Hossein Karroubi vergleicht das Vorgehen der Sicherheitskräfte mit Übergriffen der SAVAK auf die Wohnung seines Großvaters und seines Vaters zu Zeiten des Schah-Regimes, fügt aber hinzu, dass die SAVAK-Agenten bei solchen Aktionen niemals private und persönliche Gegenstände beschlagnahmt hätten.

„Die SAVAK-Agenten hielten sich an gewisse Standards und verletzten nicht die Privatsphäre der Menschen“, schreibt Karroubi.“Die Sicherheitsbeamten von heute kennen solche Grenzen nicht.“

Karroubi fordert Ayatollah Khamenei auf, solche „unethischen und unmoralischen Vorgehensweisen zum Schutz des religiösen Regimes zu verhindern.“

Mehdi Karroubi und Mir Hossein Moussavi hatten für die Präsidentschaftswahl von 2009 kandidiert und deren Ausgang in Frage gestellt. Weil sie sich weigerten, ihre Positionen aufzugeben, wurden sie schließlich im Februar 2011 unter Hausarrest gestellt, der bis heute nicht aufgehoben ist. Moussavis Ehefrau Zahra Rahnavard steht ebenfalls seit Februar 2011 unter Hausarrest.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

2 Antworten zu “Sohn von Oppositionsführer Karroubi schreibt Beschwerdebrief an Khamenei

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