Neue Angriffe gegen iranische Derwische

Iranische Derwische tanzen während eines gemeinsamen Rituals in Sanandaj

RFE/RL, 5. September 2011 – In den letzten Tagen sind mehrere Derwische des Ordens Gonabadi Nematollahi festgenommen worden.

Die Verhaftungen begannen offenbar in der Stadt Kavar bei Shiraz, wo Sufis von „Agenten in Zivil“ und Mitgliedern der Basij-Milizen angegriffen worden sein sollen.

Oppositionelle Webseiten berichten, dass die Angreifer bewaffnet waren und Tränengas einsetzten.

Davood Montazeri, Anwalt und Mitglied der Gonabadi-Derwische, sagte gegenüber Radio Farda, der Zwischenfall in Kavar habe sich ereignet, nachdem ein Geistlicher – von Montazeri als „Shahbazi“ identifiziert – in der Provinz Fars zu Demonstrationen gegen Derwische aufgerufen hatte.

Wie Radio Farda berichtet, wurden Geschäfte von Sufis in Brand gesteckt und Häuser von konservativen Gruppen angegriffen, die  „Tod den amerikanischen Derwischen“ riefen.

Quellen aus dem nahen Umfeld der Derwische berichteten gegenüber Radio Farda, dass viele Derwische offenbar durch Sicherheitskräfte festgenommen wurden. Es soll mehrere Verletzte gegeben haben.

Die Webseite Majzooban121, die über die Gonabadi-Derwische berichtet, hat  Fotos der Verletzten veröffentlicht.

Nach dem Zwischenfall in Kavar wurden nach Angaben der Webseite auch in anderen Städten Derwische verhaftet, u. a. in Teheran.

Unter den in der iranischen Hauptstadt verhafteten Derwischen befinden sich mindestens ein Anwalt und mehrere Derwische, die für Majzooban121 arbeiten.

Die Webseite hat außerdem Namen und Fotos von 11 Verhafteten veröffentlicht.

In den letzten Jahren haben die iranischen Behörden immer wieder zeremonielle Häuser der Derwische in Qom, Isfahan und anderen Städten zerstören lassen.

Die Derwische führen die wachsende Repression hauptsächlich auf ihre steigende Popularität zurück.

Der Nematollahi-Orden ist der größte iranische Sufi-Orden. Ihm sollen landesweit mehr als 2 Millionen Mitglieder angehören, viele davon aus Großstädten wie Teheran und Isfahan.

Golnaz Esfandiari

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Free Europe/Radio Liberty, 5. September 2011

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