Abdolreza Ghanbari steht kurz vor der Hinrichtung

Abdolreza Ghanbari

ICHRI, 14. März 2012 – Das Gnadengesuch des inhaftierten Lehrers Abdolreza Ghanbari ist vom Begnadigungsausschuss der Justiz in der Provinz Teheran abgelehnt worden. Dies teilte eine Person aus dem engen Umfeld der Familie gegenüber ICHRI mit. Sobald der Justizchef sein Einverständnis erteilt hat, ist eine Hinrichtung Ghanbaris jederzeit möglich.

„Kurz vor einem Besuch seiner Familie im Gefängnis am Montag informierten die Gefängnisbehörden ihn darüber, dass sein Gnadengesuch abgelehnt wurde. Herr Ghanbari hat seine Familie dann bei dem Besuch darüber informiert. Jetzt machen sie sich Tag und Nacht Sorgen, denn Abdolreza kann jederzeit hingerichtet werden“, so die Quelle.

Der 44jährige Abdolreza Ghanbari ist Lehrer für persische Literatur und lebt in dem von Armut geplagten Pakdasht in der Nähe der Stadt Varamin. Er war 2009 unmittelbar nach den Straßenprotesten von Ashura (27. Dezember) an seinem Arbeitsplatz verhaftet worden. Am 30. Januar 2010 wurde ihm ohne Wissen seiner Familie der Prozess gemacht. Er hatte während des Prozesses keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand.

Abteilung 15 des Teheraner Revolutionsgerichtes unter Vorsitz von Richter Salavati verurteilte Ghanbari wegen „Moharebeh (Feindschaft gegen Gott) wegen Teilnahme an den Straßenprotesten am Ashura-Tag“ und „Kontakt zu feindlichen Gruppen“ zum Tode. Das iranische Strafgesetzbuch definiert den Tatbestand „Moharebeh“ als bewaffnete Aktion gegen die Regierung.

Als Beweis für den „Kontakt zu feindlichen Gruppen“ wurden während des Prozesses „verdächtige E-Mails“ und „Kontakte zu einer Medienagentur im Ausland“ angeführt.

Am 10. Mai 2011 bestätigte Abteilung 36 eines Teheraner Berufungsgerichtes unter Richter Zargar das Todesurteil gegen Abdolreza Ghanbari. Ghanbari reichte daraufhin ein Gnadengesuch beim zuständigen Ausschuss der Justiz der Provinz Teheran ein. Dieses Gesuch wurde nun abgelehnt.

„Seine Familie hat noch einmal einen Brief an den Justizchef geschrieben und um eine erneute Prüfung gebeten, aber bisher haben sie noch keine Reaktion erhalten und wissen nicht, was geschehen wird“, so die Quelle gegenüber ICHRI.

Abdolreza Ghanbari sitzt zur Zeit in Abteilung 350 des Evin-Gefängnisses. Während seiner Verhöre soll er geschlagen worden sein. Grundrechte wie Kontakt zu seiner Familie und Zugang zu einem Rechtsanwalt wurden ihm verwehrt.

„Während seines Prozesses in erster Instanz hatte er keinen Anwalt. Sie brachten ihn ohne Vorankündigung ins Gericht. Wir hatten einen Anwalt für ihn engagiert, aber der durfte seinen Klienten kein einziges Mal treffen. Abdolrezas Familie kann mit den Behörden nur schriftlich kommunizieren“, so die Quelle weiter. Es gehe Ghanbari psychisch gut, er warte ab, was weiter geschieht. Körperlich sei er jedoch in schlechter Verfassung. Er sei im Gefängnis nierenkrank geworden, und schriftliche Anträge seiner Familie auf eine Verlegung in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses seien unbeantwortet geblieben.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: International Campaign for Human Rights in Iran

Bitte unterstützen Sie die Online-Petition für Abdolreza Ghanbari mit Ihrer Unterschrift. Vielen Dank!

Advertisements

4 Antworten zu “Abdolreza Ghanbari steht kurz vor der Hinrichtung

  1. Dieter Muench

    Da sieht man mal wieder,nicht die Bevölkerung ist Gottlos,sondern die Regierenden.Töten darf niemals eine Regierung oder eine entprechende Organisation.Da sieht man,wie Gottesfern ist der Iran.

  2. Pingback: News vom 19. März 2012 « Arshama3's Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s