Besuch des Chefs des iranischen Fernsehens in den Niederlanden abgesagt

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 3. Juli 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/07/iran-tv-chief-visit-to-th.html

Ezatollah Zarghami

Die Einladung an den Chef des staatlichen iranischen Fernsehens zu einem Besuch beim holländischen Fernsehen ist unter heftigen Protesten iranischer Immigranten und Reaktionen des Parlaments und der niederländischen Medien abgesagt worden.

Ezatollah Zarghami war zusammen mit einer Abordnung des iranischen Senders Seda va Sima zu einem Besuch bei den holländischen Sendern NOS und NPO eingeladen worden. Radio Zamaaneh hatte am Dienstag, dem 29. Juni von einer holländischen Quelle, die anonym bleiben möchte, von dieser Einladung erfahren und die Nachricht umgehend veröffentlicht.

Die Einladung für den 5. Juli 2010 war auf halb geheime Weise vom staatlichen holländischen Fernsehen und [fehlt, vermutlich „der Botschaft“, d. Übers.] der Islamischen Republik in Den Haag ergangen und umfasste einen Besuch bei den Einrichtungen des Senders in Hilversum.

Nachdem die Nachricht von der Einladung bekannt geworden war, protestierten iranische und holländische Aktivisten und begannen mit den Vorbereitungen für eine Demonstration am Montag, dem 5. Juli. Diese Demonstration wird wegen der Absage des Besuchs von Ezatollah Zarghami nicht stattfinden.

Die Organisation „Iranian Progressive Youth Association“ veröffentlichte diese Woche ein Statement, in dem es heißt: „Der Sender der Islamischen Republik Seda va Sima hat bei der Berichterstattung über die Unterdrückung der Proteste nach der letzten Präsidentschaftswahl und über die Verhaftung und Folter von Demonstranten eine wichtige Rolle gespielt…
Das Fernsehen der Islamischen Republik hat den Demonstranten keine Sendezeit eingeräumt, und sein Leiter ist vom Obersten Führer ernannt worden, dem die größte Rolle in der gewaltsamen Unterdrückung der Menschen zukam…“

NOS hat auf die Interview-Anfrage von Radio Zamaaneh nicht reagiert, allerdings erklärte ein NOS-Sprecher der Zeitung NRC gegenüber, dass der Besuch als Lernprozess auf dem Gebiet der „unabhängigen Nachrichtenverbreitung“ organisiert gewesen sei. NRC zufolge hat NOS den Besuch aus dem Iran aus Angst vor Reaktionen des Parlaments und der iranischen Gemeinschaft in den Niederlanden abgesagt.

In den Niederlanden leben 30 000 iranische Einwanderer, von denen viele den Iran nach den sozialen und politischen Unruhen im Iran der späten 1980er Jahre verlassen haben.

Übersetzung aus dem Englischen: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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