Hesam Firoozi in IRGC-Abteilung von Evin gefoltert

Veröffentlicht auf RAHANA am 27. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.rhairan.info/en/?p=1979

Der Arzt und Blogger Hesam Firoozi wird in Abteilung 2A von Evin unter Druck gesetzt. Er soll damit dazu gebracht werden, die ihm zur Last gelegten Vorwürfe zu akzeptieren und falsche Geständnisse abzulegen.

RAHANA – „Hessam hat viel Gewicht verloren und war bei unserem letzten und einzigen genehmigten Besuch in einem schlechten körperlichen Zustand“, berichtete Firoozis Ehefrau, die weiterhin in großer Sorge um ihren Mann ist.

Im Gespräch mit einem RAHANA-Reporter sagte Mahta Bordbar: „Der Besuch fand nach Neujahr unter Sicherheitsvorkehrungen statt und wurde von Kameras überwacht. Er hat in dieser kurzen Zeit 20 kg verloren, und ich mache mir große Sorgen, nachdem ich ihn gesehen habe.“

Im März waren unzählige Menschenrechtsaktivisten von Sicherheitsagenten unter haltlosen Begründungen verhaftet und in die von den Revolutionsgarden geleitete Abteilung 2A verlegt worden. Dr. Hesam Firoozi war einer von ihnen. Zur Zeit wird er in Abteilung 2A des Evin-Gefängnisses unter Druck gesetzt. In der Nacht seiner Verhaftung wurde er von drei mit Schlagstöcken bewaffneten Agenten heftig geschlagen und verletzt. Am darauffolgenden Tag wurde Firoozi zwecks Anklageerhebung zum Gericht gebracht, wo er dem Richter von den Schlägen berichtete. Die Agenten reagierten darauf mit Ärger und drohten ihm auf dem Rückweg zum Gefängnis, sagt Mahta Bordbar und fügt hinzu: „Einer der Vorwürfe, die man ihm während der Verhöre machte, war, dass er angeblich mit gewissen Gruppen kooperiert habe. Das ist absolut falsch. Er hat niemals mit irgendeiner bestimmten Gruppe zusammen gearbeitet oder war Mitglied in einer solchen. Ihm wurde vorgeworfen, Menschenrechtsorganisationen dabei geholfen zu haben, Aktivsten ins Ausland zu schicken. Dieser Vorwurf ist so seltsam, dass er bei unserem Besuch lachen musste, als er es erzählte. Ich weiß nicht, was der Sinn dieser Anschuldigungen und konstruierten Sachverhalte ist, aber nichts davon stimmt. Mein Mann hat niemals mit irgendwelchen Gruppen zusammengearbeitet.“

„Seit langer Zeit hat mein Mann sich nicht mehr an irgendwelchen besonderen Aktivitäten beteiligt, aber ich mache mir Sorgen, dass diese Vorwürfe und Anschuldigungen ihn am Ende in eine komplizierte und schwer einzuschätzende Situation bringen könnten. Nichts von dem, was sie ihm vorwerfen, ist wahr. Diese Vorwürfe kommen daher, dass er mit gewissen Personen befreundet ist. Das ist irrational, denn mit jemandem befreundet zu sein bedeutet nicht, einer bestimmten Gruppe anzugehören“, so Mahta Bordbar weiter.

Über ihre wiederholten Besuche bei verschiedenen Justizbehörden sagt Bordbar: „Niemand will die Verantwortung übernehmen. Wir fragen uns, wie wir vorgehen sollen. Uns wurde gesagt, dass wir keine Interviews geben und nicht an die Öffentlichkeit gehen dürfen. Aber uns gibt niemand eine Antwort, und ich bin am Ende meiner Geduld angelangt. Wer hört mich? Seit dem Tag, an dem er verhaftet wurden, bin ich immer wieder beim Revolutionsgericht und im Gefängnis gewesen, ich habe an die zuständigen Befrager geschrieben, aber alles war umsonst.“

„Heute bin ich zum Evin-Gefängnis gegangen, um einen Brief an seine Verhörbeamten abzugeben. Mir wurde gesagt, dass ich zuerst einen Brief von der zuständigen Abteilung des Revolutionsgerichts beibringen müsse. Die zugeteilte Abteilung befindet sich aber innerhalb des Gefängnisses. Wohin soll ich also gehen, um diesen Brief zu bekommen? Dieser tückische Kreislauf, in den sie uns geworfen haben, führt dazu, dass wir uns vergeblich im Kreis drehen und absolut nichts tun können.“

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